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"Wir haben es satt!"-Protest: Bauern-, tier- und umweltfeindliche Agrarpolitik im Wahljahr abwählen!

Agrarwende-Bündnis fordert in Berlin zukunftsfähige Agrarpolitik / „Aktion Fußabdruck“ – 10.000 Menschen stimmen mit den Füßen für Höfe, Tiere und Umwelt ab

Berlin, 16.01.21. Mit ihren Fußabdrücken fordern rund zehntausend Menschen heute in Berlin die Agrarwende. Zum Auftakt des Superwahljahres trägt das „Wir haben es satt!“-Bündnis ein Meer aus Fußabdrücken vor das Kanzler*innenamt. So demonstriert die Agrarwende-Bewegung pandemiekonform für eine Politik, die Höfen, Tieren und der Umwelt eine Zukunft gibt. „Agrarindustrie abwählen – Agrarwende lostreten!“ lautet die Botschaft vor dem Amtssitz von Kanzlerin Merkel. 

Saskia Richartz, „Wir haben es satt!“-Sprecherin, sagt im Namen der 60 Bündnis-Organisationen: „Billiges Essen ist eine Sackgasse, die weder die Landwirtschaft noch die Verbraucher*innen weiterbringt. Julia Klöckner versagt als Agrarministerin und macht eine Politik auf Kosten von Höfen, Tieren und Umwelt. Die CDU gehört nach 15 Jahren miserabler Agrarpolitik abgewählt. Wir fordern: Höfesterben stoppen, Umbau der Tierhaltung fördern, Pestizidausstieg vorantreiben und ein klares Nein zur Gentechnik und zum EU-Mercosur-Abkommen.“ 

Statt für eine bäuerliche und ökologischere Landwirtschaft auf die Straße zu gehen, beteiligten sich in diesem Jahr rund 10.000 Menschen – kreativ und ausdrucksstark – von zu Hause aus: Sie schickten unzählige Fuß- und Stiefelabdrücke sowie Treckerspuren mit Forderungen nach Berlin. „Insekten retten“, „kleinbäuerliche Strukturen statt Agrarsteppen“, „lieber Gülle am Schuh als CDU“ oder „Bewegungsfreiheit auch für Schweine“ ist im Regierungsviertel zu lesen. Besonders eindrucksvoll: Eine Familie aus Hamburg hat Agrarwende-Botschaften von vier Generationen – von drei bis 93 Jahre – eingesandt.

Schon am Vormittag hatte eine Delegation von Bäuerinnen und Bauern aus Berlin und dem Umland vor der CDU-Zentrale ihrem Ärger über 15 Jahre verfehlte Unions-Agrarpolitik bei einer Protestkundgebung Luft gemacht.

Sandra Finke-Neuendorf, Bäuerin aus Blankenfelde bei Berlin, die im Traktor-Konvoi mitfuhr, sagt: „Dumpingpreise, Klimakrise und Artensterben zwingen uns alle zu Veränderungen. Wir Bäuerinnen und Bauern sind bereit, unseren Beitrag zu leisten. Von Ministerin Klöckner erwarten wir endlich die notwendigen Rahmenbedingungen. Gerechte Erzeugerpreise und ein ernsthafter Systemwechsel in der Agrarpolitik sind unabdingbar."


Hintergrund:

Konventionell und ökologisch wirtschaftende Bäuer*innen kämpfen im „Wir haben es satt!“-Bündnis im Schulterschluss mit der Gesellschaft gegen die fatalen Auswirkungen der intensiven industriellen Landwirtschaft. Gemeinsam zeigt das Bündnis Wege für eine bäuerliche Landwirtschaft auf, die mit mehr Umwelt-, Tier- und Klimaschutz auch auf breite Zustimmung in der Bevölkerung stößt und den Bauernhöfen wirtschaftliche Perspektiven bietet. www.wir-haben-es-satt.de


Fotos vom Protest ab ca. 13 Uhr in druckbarer Qualität weiter unten.http://www.wir-haben-es-satt.de/presse


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Christian Rollmann
„Wir haben es satt!“-Pressesprecher
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Statements von Redner*innen

 

Gottfried Erves, Bio-Bauer und bundespolitischer Sprecher von Biokreis:

"Wir stehen an einem Wendepunkt: Die Politik muss jetzt die richtigen Weichen stellen, damit wir Bäuerinnen und Bauern uns um Klimaschutz, Artenvielfalt und gesunde Böden kümmern können. Denn eines ist klar: Die Landwirtschaft der Zukunft muss nachhaltig sein!"


Lena Bassermann
von INKOTA:

„Wir brauchen endlich gerechte, gesunde und nachhaltige Ernährungssysteme – und zwar weltweit. Deshalb fordern wir: Giftexporte stoppen. Wenn ein Pestizidwirkstoff in Europa verboten ist, weil er Menschen oder Umwelt schadet, warum sollte er dann exportiert werden dürfen? Wir brauchen ein Ende von Doppelstandards in der Pestizidvermarktung und ein konsequentes Verbot für den Export.“


Elisabeth Fresen
, Mutterkuhhalterin und Bundesvorsitzende der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL):

„Wir tragen heute auch die Proteste für faire Erzeuger*innenpreise der vergangenen Wochen nach Berlin. Bäuerinnen und Bauern fordern gemeinsam mit der Gesellschaft von Frau Klöckner eine andere Agrarpolitik. Es braucht ein Marktkriseninstrument für faire Preise, einen qualifizierten Welthandel, gemeinwohlorientierte Agrarzahlungen und Zugang zu Land für Existenzgründer*innen.“


Cengiz Jiménez Laux
von Yeşil Çember:

„Wie kann es sein, dass Profit wichtiger ist als die Gesundheit von Menschen? Wir benötigen dringend eine Vorgabe zur Gesamtmenge von Pestizidrückständen, die auf unseren Lebensmitteln vorhanden sein dürfen. Lasst uns 2021 gemeinsam die profitorientierte Agrarindustrie abwählen.“


Jörg-Andreas Krüger, Präsident des Naturschutzbund Deutschland (NABU):

„Auch im vergangenen Jahr gab es keine Richtungsänderung in der Landwirtschaft, weil die GAP-Reform auf europäischer Ebene gescheitert ist. Deutschland muss nun bei der nationalen Ausgestaltung der EU-Agrarpolitik mehr Raum für Natur und Artenvielfalt schaffen und dafür sorgen, dass Landwirt*innen angemessen für ökologische Leistungen bezahlt werden.“


Olaf Bandt, Vorsitzender des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND):

„Niedrige Preise machen es den Bäuerinnen und Bauern schwer, auf die gesellschaftlichen Forderungen nach mehr Umweltschutz und Tierwohl zu reagieren. Frau Klöckner muss politisch umsteuern und die Ergebnisse des Kompetenznetzwerks Nutztierhaltung umsetzen. Nur so kann eine artgerechte Tierhaltung eine verlässliche finanzielle Grundlage bekommen.“

Reinhild Benning von der Deutschen Umwelthilfe (DUH):

„Antibiotikaresistenzen auf jedem 2. Hähnchen von Geflügelkonzernen wie Wiesenhof stellen ein massives Gesundheitsrisiko dar. Wählbar ist nur, wer der Gesundheit von Mensch und Tier per Gesetz Vorrang gibt vor Konzerninteressen.“

Thomas Schröder, Präsident Deutscher Tierschutzbund:

„Unser Kampf gegen ein tierfeindliches System geht weiter – trotz Corona. Wir werden das Superwahljahr dafür nutzen, um klarzustellen: Nur die, die mit uns gemeinsam einen Systemwechsel in der Agrarwirtschaft fordern, sollen auch in die Parlamente einziehen. Ein „Weiter so“ kann und darf es nicht geben.“


Anke Kähler
, Bäckermeisterin und Vorstand Die Freien Bäcker:

„Mit der Aktion BODEN-BROT treten wir gezielt dem Verlust von Boden und Bodenfruchtbarkeit entgegen. Land und Boden gehören in die Hände von Bäuerinnen und Bauern, damit sie Humus aufbauend ackern können. Nur wenn sie dafür fair entlohnt werden, können wir – mit Biodiversität in und auf dem Boden – für Vielfalt im Brotregal sorgen.“


Rüdiger Jürgensen, Geschäftsführer VIER PFOTEN Deutschland:

„Die derzeitige Agrarpolitik führt in die Sackgasse. Leidtragende sind die Tiere, die Umwelt, aber auch bäuerliche Betriebe. Leichte Kurskorrekturen reichen nicht mehr. Nötig ist eine Tierschutz- und Agrarwende: Weniger Tiere, jedem Tier ein artgemäßes Leben und Schluss mit dem verheerenden Fokus auf Export.“


Johann Lütke Schwienhorst
, Imker und Agrarreferent der Aurelia Stiftung:

„Im Fall der Zulassungen von Neonicotinoiden wägt Ministerin Klöckner wieder einmal völlig einseitig wirtschaftliche Interessen der Agrarindustrie gegen den dringend notwendigen Schutz der Bienen und Biodiversität und die Interessen der Imker*innen ab. Wer der Biene derart schadet, gehört abgewählt!“


Jan Göldner von der Naturschutzjugend (NAJU):

"Wir, die Jugendverbände, die ein gemeinsames Zukunftsbild der Landwirtschaft entworfen haben, fordern eine Umkehr zu einer Gemeinwohl-orientierten Wirtschaftsweise, welche sogleich das Wohl und die Bedürfnisse der Erzeuger*innen ebenso wie der Verbraucher*innen berücksichtigt."

 

 

Fotos zur kostenfreien Nutzung

Fotos vom "Wir haben es satt!"-Protest am 16.1.21 zur kostenfreien Nutzung gegen Angabe der Quelle. Zum Download bitte auf das Bild klicken.

Quelle: Nick Jaussi/www.wir-haben-es-satt.de

Pressemitteilung

Im Wahljahr für den agrarpolitischen Umbruch: Bauernfeindliche Politik beenden – Landwirtschaft krisenfest machen

Höfesterben, Artenschwund und Tierfabriken stoppen / Agrarwende-Protest am 16.1. in Berlin / „Aktion Fußabdruck“ – Tausende beteiligen sich am Protest auf Distanz

Berlin, 13.01.21.Wenige Tage vor dem „Wir haben es satt!“-Protest am Kanzleramt fordern 60 Organisationen aus Landwirtschaft und Gesellschaft eine grundlegende Wende in der Agrar- und Ernährungspolitik. Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner hat nach fast vier Jahren im Amt kaum Nennenswertes vorzuweisen – außer einer bauern- und umweltfeindlichen Politik. Die rückwärtsgewandte Haltung Deutschlands bei den Verhandlungen zur EU-Agrarreform (GAP) beweisen: Klöckner ist nicht Willens, den gesellschaftlich gewollten Umbau der Landwirtschaft voranzubringen. Im Superwahljahr muss die Landwirtschaftspolitik enkeltauglich werden, denn nur so haben Höfe, Tiere und das Klima eine Zukunft.

„Bleibt Zuhause!“, sagt das Bündnis wegen der Pandemie und ruft mit der „Aktion Fußabdruck“ zum Protest auf Distanz auf. Tausende Menschen schicken dieser Tage ihre Fußabdrücke nach Berlin, wo diese am Samstag vor dem Kanzleramt eindrucksvoll in Szene gesetzt werden. Bäuer*innen mit Traktoren und Imker*innen mit Rauchtöpfen repräsentieren die Agrarwende-Bewegung bei dem Protest am Amtssitz von Kanzlerin Merkel – und komplettieren so das imposante Bild, das durch das Meer an Fußabdrücken entsteht.

Saskia Richartz, „Wir haben es satt!“-Sprecherin, sagt:

„Nach 15 Jahren CDU/CSU im Agrarministerium ist der Reformstau verheerend. Das politische Versagen lässt sich an der Zahl der geschlossenen Höfe und verschwundenen Insekten ablesen. Zur Bundestagswahl formulieren wir fünf Messlatten für eine krisenfeste Landwirtschaft. Wir fordern: Steuergelder nur für den Umbau der Landwirtschaft, weniger Tiere besser halten, Höfesterben stoppen, Pestizideinsatz halbieren und Nein zum EU-Mercosur-Abkommen.“

Elisabeth Waizenegger, Milchbäuerin aus dem Allgäu, von der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL) sagt:

"Das unionsgeführte Agrarministerium hat zu verantworten, dass seit 2005 130.000 Höfe schließen mussten. Dumpingpreise und Höfesterben haben wir satt! Die aktuellen Bauerndemonstrationen bei Lebensmitteleinzelhandel und Großmolkereien zeigen die verzweifelte Situation auf vielen Höfen. Wir Bäuerinnen und Bauern sind bereit für Klima-, Arten- und Tierschutz, wenn wir faire Erzeugerpreisen bekommen und unsere Leistungen durch eine bessere EU-Subventionspolitik honoriert werden.

Volker Krause von der Bohlsener Mühle und dem Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW) sagt:

„In der Lebensmittelbranche sehen wir, dass immer mehr Leute zu gut erzeugtem Essen greifen. Doch die Politik versagt, wenn sie die Verantwortung auf die Verbraucher abwälzt. Für Klima- und Artenschutz und nicht zuletzt zum Schutz vor künftigen Pandemien brauchen wir ein zukunftsfähiges Ernährungssystem. Der sozial-ökologische Umbau der Land- und Lebensmittelwirtschaft muss daher beschleunigt und das EU-Ziel von 25 Prozent Bio-Anbaufläche bis 2030 umgesetzt werden."

Johannes Specht von der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) sagt:

„Wir begrüßen das Verbot von Werkverträgen in der Fleischindustrie, für das wir seit langem gekämpft haben. Das ist ein wichtiger Schritt für viele zehntausend Menschen, die in der Branche arbeiten. Doch jetzt muss es weitergehen: Wir wollen in Tarifverhandlungen deutlich höhere Löhne und bessere Arbeitsbedingungen erreichen. In der Fleischbranche sehen wir die Umsetzung ökologischer Nachhaltigkeit nur, wenn auch die soziale Ausbeutung gestoppt wird.“

 

„Wir haben es satt!“-Protest – Terminübersicht

  • Samstag, 16.01.21, 12 Uhr: „Wir haben es satt!“-Protest inkl. „Aktion Fußabdruck“. Motto: „Agrarwende lostreten, Agrarindustrie abwählen!“ Ort: Bundeskanzleramt, Willy-Brandt-Straße 1, 10557 Berlin.
  • Samstag, 16.01.21, 10 Uhr: Protest der Bäuer*innen mit ihren Traktoren vor der CDU-Zentrale. Ort: Konrad-Adenauer-Haus (CDU-Bundesgeschäftsstelle), Klingelhöferstraße 8, 10785 Berlin.
  • Digitales Rahmenprogramm:
    Freitag, 15.01.21, 18-23 Uhr, Schnippeldisko – Topf, Tanz, Talk digital.
    Samstag, 16.01.21, 15:30-19:00 Uhr, Soup & Talk – 5-Minuten-Talks zu guter Landwirtschaft. Weitere Infos: www.wir-haben-es-satt.de/programm

 

Hintergrund:
Für eine bäuerliche Landwirtschaft mit mehr Umwelt-, Tier- und Klimaschutz protestiert das „Wir haben es satt!“-Bündnis aus rund 60 Organisationen am 16. Januar vor dem Kanzleramt. Seit 2011 gingen alljährlich zum Auftakt der „Grünen Woche“ Zehntausende unter dem Motto „Wir haben es satt – Essen ist politisch!“ auf die Straße. Wegen der Pandemie hat das Bündnis in diesem Jahr die „Aktion Fußabdruck“ ins Leben gerufen, dank der Protest für die Agrarwende auf Distanz möglich ist.

 

Forderungen des „Wir haben es satt!“-Bündnisses im Superwahljahr:

  • Höfesterben beenden – Bäuer*innen beim Umbau der Landwirtschaft unterstützen!
  • Tierfabriken stoppen – Stallumbau fördern & Tierzahlen reduzieren!
  • Klimakrise bekämpfen – Fleischkonsum senken & gesunde Böden sichern!
  • Pestizidausstieg angehen & Gentechnik stoppen – Gesundheit & Insekten schützen!
  • EU-Mercosur-Abkommen in die Tonne – Menschenrechte statt ungerechte Handelsabkommen!

Weitere Informationen: www.wir-haben-es-satt.de

 

Für Rückfragen:

Saskia Richartz, „Wir haben es satt!“-Sprecherin, E-Mail: richartz[at]meine-landwirtschaft[dot]de, Mobil: 0177-890 50 54

Elisabeth Waizenegger, Milchsprecherin im Bundesvorstand der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL), E-Mail: rewaizen[at]posteo[dot]de, Telefon: 08330-1413

Volker Krause, Geschäftsführer Bohlsener Mühle und Vorstand des Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW), E-Mail: v.krause[at]bohlsener-muehle[dot]de, Mobil: 0171-990 65 39

Johannes Specht, Leiter der Tarifabteilung, Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG), E-Mail: Johannes.Specht[at]ngg[dot]net, Mobil: 0151-126 712 79

 

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Presseinformation

"Wir haben es satt!"-Protest: "Agrarindustrie abwählen!"

Corona-gerechter Protest für Agrarwende am 16.01.21 in Berlin / Teilnahme von Zuhause durch „Aktion Fußabdruck“ möglich

Berlin, 4.12.2020.
Am 16. Januar 2021 findet der nächste große Protest für die Agrar- und Ernährungswende in Berlin statt. Das „Wir haben es satt!“-Bündnis, das normalerweise Zehntausende zum Auftakt der „Grünen Woche“ auf die Straße bringt, protestiert dieses Mal Corona-gerecht im Regierungsviertel. Selbstgemalte Schilder, kreative Kostüme und starke Botschaften – so verleiht die Bewegung für die Agrarwende ihren Forderungen bei einer Kundgebung vor dem Kanzleramt Nachdruck.

Aufgerufen von rund 60 Organisationen aus Landwirtschaft und Gesellschaft fordert das Bündnis im Januar eine zukunftsfähige Agrarpolitik. Die Protestveranstaltung, die zum Auftakt des Superwahljahres mit sechs Landtags- und der Bundestagswahl stattfindet, steht unter dem Titel: „Agrarindustrie abwählen – Agrarwende lostreten!“

Um Protest auch zu Pandemie-Zeiten zu ermöglichen, hat sich das Bündnis eine besondere Mitmach-Möglichkeit überlegt: Die „Aktion Fußabdruck“. Hierfür wird der Abdruck des eigenen Fußes oder Schuhs mit einer Forderung versehen und nach Berlin geschickt. Am Kanzleramt werden die Abdrücke dann in Szene gesetzt und es entsteht ein eindrucksvolles Protestbild.

„Wir haben es satt!“-Sprecherin Saskia Richartz sagt:

„Die bauern-, tier- und umweltfeindliche Agrarpolitik muss im kommenden Jahr abgewählt werden. Diegescheiterte EU-Agrarreform, das fortschreitende Höfe- und Artensterben und das katastrophale Abkommen mit den Mercosur-Staaten zeigen, wie das unionsgeführte Landwirtschaftsministerium die Agrarindustrie hofiert. Dass die nötigen Umbaumaßnahmen in der Landwirtschaft nicht angegangen werden, zerstört Existenzen und unsere Umwelt. Wir verlangen einen Rettungsplan für Bauernhöfe und Insekten und einen echten Politikwechsel.“

 

Terminhinweis:

„Wir haben es satt!“-Protest: „Agrarindustrie abwählen – Agrarwende lostreten!“

Zeit:    Samstag, 16. Januar 2021, 12 Uhr
Ort:     Bundeskanzleramt, Willy-Brandt-Straße 1, 10557 Berlin

Programmpunkte: „Aktion Fußabdruck“, Imker- & Traktorenprotest

Am Vormittag: Traktorkonvoi und Protest der Bauern und Bäuerinnen (10 Uhr, CDU-Bundesgesch)

 

Die Forderungen im Wahljahr:

  1. Höfesterben beenden – Bäuer*innen beim Umbau der Landwirtschaft unterstützen!
  2. Tierfabriken stoppen – Stallumbau fördern & Tierzahlen reduzieren!
  3. Klimakrise bekämpfen – Fleischkonsum senken & gesunde Böden sichern!
  4. Pestizidausstieg angehen & Gentechnik stoppen – Gesundheit & Insekten schützen!
  5. EU-Mercosur-Abkommen in die Tonne – Menschenrechte statt Freihandelsabkommen!

ZUM AUFRUF

 

Hintergrund:
Unter dem Motto „Wir haben Agrarindustrie satt!“ demonstrieren seit 2011 im Januar zehntausende Menschen – Bäuer*innen, Lebensmittelhandwerker*innen, Tier-, Umwelt- und Naturschützer*innen, Aktive der Entwicklungszusammenarbeit, engagierte Jugendliche und viele mehr – kraftvoll, bunt und lautstark auch bei eisigen Temperaturen in Berlin. Gemeinsam treten sie ein für eine Landwirtschaft, in der Tiere artgerecht gehalten werden, Umwelt und Klima geschützt werden, gutes Essen für alle erzeugt wird und Bäuer*innen faire Preise für ihre Produkte erhalten.

WEITERE INFOS

 

 

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„Eure Agrarpolitik ist ein einziger Scherbenhaufen“

Zukunftsfähige Landwirtschaft braucht eine radikale Wende in der Agrarpolitik

Koblenz, 01.09.2020. Aus Protest gegen die fehlgeleitete EU-Agrarpolitik kippten Demonstrant*innen heute einen gewaltigen Scherbenhaufen vor die Tore des EU-Agrargipfels. Während Julia Klöckner mit ihren EU-Amtskolleg*innen in der Koblenzer Rhein-Mosel-Halle über die Zukunft der Landwirtschaft diskutierte, drückte das „Wir haben es satt!“-Bündnis seine Ablehnung zur bauernfeindlichen und industriehörigen Agrarpolitik aus: 1500 Weinflaschen zerbrachen bei der Aktion – ein Sinnbild für die kaputte gemeinsame Agrarpolitik der EU (GAP).

Höfesterben, Tierfabriken, Umweltprobleme – die Politik schaut sich die Krisen in der Landwirtschaft seit Jahren tatenlos an und sorgt mit fehlgeleiteten Subventionen sogar noch für ihre Verschärfung. Eine radikale Wende in der Agrarpolitik – hin zu mehr bäuerlicher und ökologischer Politik – ist unumgänglich.

Saskia Richartz, Sprecherin des „Wir haben es satt!“-Bündnisses, sagte:

"Julia Klöckner und ihre Kolleg*innen haben einen Scherbenhaufen in der Agrarpolitik angerichtet. Sie klammern sich an ein System, das Steuergelder im großen Stil an Superreiche, Tierfabriken und Agrarsteppen verteilt. Mit ein bisschen Nachjustieren ist es nicht getan."

Christian Rehmer, Leiter für Agrarpolitik beim Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND), sagte:

„Ministerin Klöckner kann sich jetzt nur noch mit grundsätzlich neuen Ansätzen für mehr Umwelt-, Klima- und Tierschutz retten. Wenn sie jetzt nicht liefert, lässt sie die Bäuerinnen und Bauern komplett bei den notwendigen Umstrukturierungen allein.“

Georg Janßen, Bundesgeschäftsführer der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL), sagte:

„Wir müssen das Höfesterben stoppen. Die Agrarpolitik muss sicherstellen, dass artgerechte Tierhaltung und Klimaschutz deutlich gefördert werden. Die Agrar-Subventionen müssen den Umbau der Landwirtschaft in Europa sozial und umweltgerecht gestalten. Die versammelten Minister*innen dürfen die notwendigen Veränderungen jetzt nicht auf Kosten der nächsten Generationen verschleppen.“


Schon am Sonntag demonstrierten zum Auftakt des EU-Agrargipfels mehr als 1000 Menschen in Koblenz unter dem Motto: „Agrarwende anpacken – Steuergeld nur noch für zukunftsfähige Landwirtschaft!“ Im „Wir haben es satt!“-Bündnis sind Bäuer*innen – konventionell wie bio – mit Organisationen aus dem Rest der Gesellschaft zusammengeschlossen. Gemeinsam setzt sich das Bündnis für eine Landwirtschaft ein, in der die Tiere artgerecht gehalten werden, Umwelt und Klima geschützt wird und die Bäuer*innen faire Preise für ihre Produkte erhalten. Weitere Infos: www.wir-haben-es-satt.de 

Für Rückfragen:

Saskia Richartz, “Wir haben es satt!“-Bündnis, Mobil: 0177 890 50 54, E-Mail: richartz[at]meine-landwirtschaft[dot]de 

Christian Rehmer, Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), Mobil: 0174 39 32 100, E-Mail: christian.rehmer[at]bund[dot]net 

Georg Janßen, Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL), Mobil: 0170 496 46 84, E-Mail: janssen[at]abl-ev[dot]de


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Die europäische Agrarwende voranbringen!

Demonstration zum EU-Agrargipfel: Antiquierte Subventionspraxis beenden – Höfe erhalten, Insekten retten & Klima schützen / Auftakt für vielfältige Proteste in Koblenz

Koblenz/Brüssel, 30.8.20. 1200 Menschen demonstrieren heute in Koblenz für eine grundlegende Wende in der europäischen Agrarpolitik. Zum Auftakt des EU-Agrargipfels, zu dem Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner ihre Amtskolleg*innen an die Mosel einlädt, fordern die Demonstrant*innen die europäische Agrarwende. Angeführt von Bäuer*innen mit Traktoren ziehen junge Menschen in Tierkostümen, Imker*innen mit Smokern und Umweltaktivist*innen zum Koblenzer Schloss, wo sie sich lautstark Gehör verschaffen.

Derzeit entscheidet sich, wie die 55 Milliarden Euro verteilt werden, die die EU künftig pro Jahr an die Landwirtschaft zahlt. Bei dem EU-Agrartreffen in Koblenz (30.8.-1.9.) werden die Weichen für die abschließenden Verhandlungen hierzu gestellt. Klar ist: Die pauschalen Flächensubventionen sind nicht mehr zeitgemäß. Bei der aktuellen Reform der gemeinsamen EU-Agrarpolitik (GAP) müssen Klima- und Insektenschutz vorangebracht, der Umbau der Ställe hin zu artgerechter Haltung finanziert und das Höfesterben beendet werden.

Die Flächensubventionen nach dem Motto „Wer viel hat, dem wird gegeben“ befeuern einen massiven Konzentrationsprozess in der europäischen Landwirtschaft. Trotz hunderten Milliar­den Euro an Subventionen – jeder dritte Euro aus dem EU-Haushalt geht an die Landwirtschaft – mussten in der EU zwischen 2005 und 2016 über vier Millionen Bauernhöfe (29 Prozent) ihre Tore schließen. Die übrigen Betriebe bewirtschaften immer größere Flächen. (Quelle: Eurostat, Abb. 5) Von den Subventionen profitieren die, die auf Masse und nicht nachhaltig produzieren. Das muss sich ändern.


Saskia Richartz
, Sprecherin des „Wir haben es satt!“-Bündnisses, sagt:

„Wir demonstrieren heute stellvertretend für Zigtausende in ganz Europa. Unser Auftrag an Julia Klöckner und die versammelten Minister*innen lautet: Jetzt umsteuern – verabschieden Sie sich von der antiquierten Förderpraxis! Nur wenn wir Insekten, Böden und das Klima schützen, den Pestizideinsatz reduzieren und Vielfalt auf den Acker bringen, sind wir bereit für die kommenden Herausforderungen. Hören Sie auf Landbesitz zu subventionieren und unterstützen Sie die Bauernhöfe in Europa jetzt bei der Agrarwende!“


Ralf Wey
, Bauer aus Moselsürsch bei Koblenz und Landesvorsitzender der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft in Rheinland-Pfalz (AbL), sagt:

„Wir ackern tagtäglich für eine enkeltaugliche Landwirtschaft, doch es fehlt die Unterstützung der Politik für die notwendigen Veränderungen auf den Höfen. Die Fördergelder müssen zielgerichtet verteilt werden, dann sind artgerechte Tierhaltung und Klima- und Artenschutz machbar. Wir fordern von den Agrarminister*innen: Drehen Sie der Agrarindustrie den Geldhahn ab und investieren Sie endlich in den Umbau der Landwirtschaft!“


Annette Seehaus-Arnold
, Präsidentin des Deutschen Berufs- und Erwerbsimkerbundes (DBIB), sagt:

„Wir haben Agrarministerin Klöckner heute den schwarzen Pinsel für miserablen Insektenschutz verliehen. Sie hat angekündigt die Insekten zu retten, aber letztlich stand sie immer auf der Bremse. Die EU-Kommission will den Pestizideinsatz bis 2030 halbieren. Wo sind die Pläne zur Umsetzung dieses Ziels, Frau Klöckner? Ganz Europa schaut auf Ihren Vorsitz im EU-Agrarrat. Jetzt müssen Sie zeigen, dass Sie mehr als Ankündigungen können!“

 

Europäischer Protestbrief für die Agrarwende

In der vergangenen Woche haben sich mehr als 400 bäuerliche und zivilgesellschaftliche Organisationen aus 12 EU-Mitgliedsstatten in einem offenen Brief an Agrarministerin Klöckner als Vorsitzende der Agrarminister*innen der EU gewandt. Die zentralen Forderungen des Briefes: Anpassung der Agrarpolitik an die Klima-und Biodiversitätsziele der EU, Beendigung des Höfesterbens und zielorientierte Förderpoliitk statt pauschaler Flächensubventionen. Offenen Brief lesen.


Demonstrationsbündnis „Wir haben es satt!“

Bei der „Wir haben es satt!“-Demonstration gehen jedes Jahr im Januar Zehntausende in Berlin gegen die Agrarindustrie und für eine bäuerliche Zukunftslandwirtschaft auf die Straße. Bäuer*innen – ökologisch wie konventionell – kämpfen im Schulterschluss mit Umwelt-, Tier- und Klimaschützer*innen sowie Eine-Welt- und ernährungspolitischen Aktivist*innen für eine Wende in der Agrarpolitik – hin zu mehr ökologischer und bäuerlicher Landwirtschaft.

Weitere Informationen:www.wir-haben-es-satt.de

 

Weitere Protesttermine:

Protestaktion: „Eure Agrarpolitik ist ein einziger Scherbenhaufen“

Zeit:                Dienstag, 1. September 2020, 9:45 Uhr
Ort:                 Rhein-Mosel-Halle, Julius-Wegeler-Straße 4, 56068 Koblenz


Protestcamp
(initiiert von der BUNDjugend Rheinland-Pfalz)

Zeit:                Sonntag, 30. August bis Dienstag, 1. September 2020
Ort:                 Kaiserin-Augusta-Anlagen (Nähe Schlossstufen), 56068 Koblenz

 

Für Rückfragen:

Saskia Richartz, “Wir haben es satt!“-Sprecherin, Mobil: 0177-8905054,
E-Mail: richartz[at]meine-landwirtschaft[dot]de

Ralf Wey, Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL), Mobil: 0157-855 45 193, E-Mail: ralf.wey[at]abl-rlp-saar[dot]de

Annette Seehaus-Arnold, Deutscher Berufs- und Erwerbsimkerbund (DBIB),
Mobil: 0151-6565 4020, E-Mail: annette.seehaus-arnold[at]berufsimker[dot]de

 


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