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Fakten und Argumente

Nach unseren Kenntnissen sind seit 2007 knapp 600.000 Tiere bei Großbränden verendet. Gezählt haben wir dabei nur die Brände, bei denen mindestens 1000 Tiere gestorben sind. Von den insgesamt 594.000 verbrannten Tieren waren 120.000 Schweine, 432.000 Hühner und 42.000 Puten. (Zu unseren Datenbanken für Stallbrände und Neubauten sowie Infos zu Quellen/Methodik)

Bei den Bränden der letzten zehn Jahre wurden rund 475.000 der verbrannten Tiere in gewerblichen Mastanlagen gehalten, die wegen ihrer Größe vom Bundes-Immissionsschutzgesetz (BImSchG) erfasst werden: Hierbei handelt es sich um Megaställe von einer Kapazitätsgröße (je nach Tierart) oberhalb von 1.500 Mastschweinen, 560 Sauen, 600 Rinder, 30.000 Masthähnchen bzw. 15.000 Legehennen und Mastputen.

Trotz dieser Katastrophen sind in Deutschland aktuell über 2,5 Millionen neue Tierplätze in derartigen Tierfabriken geplant. Diese Zahlen stützen sich auf unterschiedliche Recherchen, sind aber mit Sicherheit nicht vollständig. Wer Korrekturen oder Daten nachmelden möchte, kann das gerne per E-Mail hier bzw. an info@wir-haben-es-satt.de tun.

Auch wenn der Fleischkonsum leich zurückgeht und gesamtgesellschaftlich weniger Fleisch gegessen wird, löst das nicht die Probleme für Klima und Gesundheit. Dazu kommt: Die Konzentration steigt, d.h. immer weniger Betriebe halten immer mehr Tiere. Der Fleischatlas schreibt dazu: „Bei der Tierdichte liegt Deutschland im EU-Vergleich im oberen Drittel. […] Während die Tierbestände abnehmen, hält eine immer geringere Anzahl an Betrieben zunehmend größere Viehbestände.“ (Zum Artikel aus dem Fleischatlas 2021)

Richtig ist auch, dass der Fleischkonsum bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen in den letzten 30 Jahren deutlich abgenommen. Aktuell ernähren sich rund 13 Prozent der 15- bis 29-Jährigen vegan oder vegetarisch. Bei Müttern (zwischen 30 und 50) sind es immerhin 5 bis 7 Prozent, bei Männern dagegen nur etwa halb so viel. Zudem zeigt das Einkaufsverhalten während der Corona-Pandemie, dass immer mehr Menschen zu gesunden, ökologischeren Produkten greifen und für den Eigenbedarf auf weniger und dann auch bessere Fleisch- und Milchprodukte umsteigen. Gleichzeitig nimmt aber der Export von Fleisch aus Deutschland zu.

Hier haben wir die Zahlen der letzten Jahre zusammengefasst.

Ja, das kann man nicht anders sagen. Fleisch- und Milchprodukte sind die größte Quelle für Treibhausgasemissionen in der Lebensmittelproduktion. Die Tierhaltung ist laut Welternährungs-Organisation (FAO) für ca. 14,5 Prozent der globalen Treibhausgasemissionen verantwortlich. Knapp die Hälfte dieser Emissionen stammen aus der Produktion und Verarbeitung von Futtermitteln; rund 40 Prozent entstehen direkt im Verdauungstrakt von Wiederkäuern und rund 10 Prozent sind auf Gülle und Dung zurückzuführen. In Summe machen diese Emissionen 56 bis 58 Prozent der gesamten Treibhausgasemissionen des Nahrungsmittelsektors aus – obwohl die Tierhaltung nur 37 Prozent des Proteins und 18 Prozent der Kalorienversorgung der Weltbevölkerung erzeugt. Pflanzliche Nahrungsmittel dagegen verursachen bis zu 50 Prozent weniger Emissionen als tierische Produkte. (Artikelempfehlung aus dem Fleischatlas 2021)

Um die Dimensionen zu verdeutlichen, hilft der Vergleich mit einer anderen extrem klimaschädlichen Branche: Die fünf großen Fleisch- und Milchkonzerne JBS, Tyson, Cargill, Dairy Farmers of America und Fonterra verursachen zusammen mehr Emissionen als große Ölkonzerne wie Exxon, Shell oder BP.

Die Art und Weise, wie wir uns ernähren und Lebensmittel produzieren, setzt unsere Gesundheit, die der Tiere und des Planeten aufs Spiel. Besonders die industrielle Tierhaltung und der Überkonsum von Fleisch- und Milchprodukten befeuern die Klimakrise, das Artensterben und letztlich auch den Hunger auf der Welt.

Der übermäßige Konsum tierischer Fette und eine zu hohe Kalorienzufuhr bei oftmals geringer Bewegung können zu Übergewicht, Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und zahlreiche Krebserkrankungen führen.

Wissenschaftler:innen unterschiedlichster Disziplinen empfehlen den Verzehr von Rind- und Schweinefleisch in Deutschland um rund 90 Prozent zu senken und 70 Prozent weniger Milchprodukte zu konsumieren. Sie nennen das "Planetary Health Diet" (mehr Infos).

Du möchtest mehr über die Tierhaltung in Deutschland erfahren? Unter folgendem Link findest du viele spannende Informationen zum Thema!

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